Vergebung

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Über Vergebung

Um zu verstehen was es mit der Vergebung auf sich hat, lohnt es sich Gottes Wort zu lesen und diese Prinzipien der Vergebung umzusetzen. Schon im bekannten “Vater Unser” lehrt uns Jesus, dass wir unseren Schuldigern vergeben sollen, damit auch wir Vergebung vom Vater, also Gott, erfahren und erleben dürfen. Nachdem Jesus seinen Jüngern zeigte, wie sie beten sollen, sagt er dass wir dringend vergeben sollen, wenn wir denn auch Vergebung vom Vater erlangen möchten:

Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten: Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben. (Mt 7, 9-15)

Jesus hat aber nicht nur die Vergebung eines jeden Einzelnen gedacht, nein er wusste was es einbringt wenn man nicht vergibt, und zwar unter anderem Bitterkeit, Groll und Unversöhnlichkeit, und dies führt wiederum zu einem verhärtetem Herzen. Und je länger man seinem Nächsten nicht vergibt, desto mehr fressen sich diese negativen Auswirkungen in die Seele. Deswegen sollten wir darauf schauen, dass wir schnell vergeben, bevor der Feind solche Festungen in den Gedanken errichten kann. Wenn man nicht vergibt, breitet sich ein Unfriede in einem aus, der um sich greifen will nach einer Weile. Und wenn immer und immer wieder eben nicht vergeben wird, dann türmt sich das auf, bis es dann auch irgendwann zu einer automatischen Ablehnungshaltung gegenüber neuen Bekanntschaften führt. Man ist dann nicht mehr offen für Neues – eben für das, was Gott eigentlich für uns vorbereitet hat. Wir treten dann gleich mit Argwohn neuen Menschen gegenüber und ist neuen Beziehungen gegenüber mit einer Befangenheit behaftet, was der Unbekannte im Unterbewusstsein spürt und ebenso auf Abstand geht. Genauso werden wir ab einem bestimmten Grad der Verletzung und der Nicht-Bereitschaft zur Vergebung irgendwann lästern, und dieses ist mit giftigen Pfeilen gleichzusetzen die den Nächsten, der sich diese Lästerei anhört, wiederum auf Abstand gehen gegenüber der Person, über welche man sich ausgelassen hat. So wird man vom Opfer zum Täter, auch wenn es einem anfangs nicht bewusst ist.

Weitere Vorteile der Vergebung

Außerdem schafft Vergebung Frieden. Sowohl untereinander damit die Gemeinschaft nicht mit Negativität überschattet wird, sondern auch inneren Frieden, und dieser ist sehr wichtig für ein positives und glückliches Leben. Ja, auch Ängste und diverse andere Dinge können einem den inneren Frieden rauben da man sich damit herumplagt, aber hier und jetzt möchte ich erstmal über Vergebung reden.

Ein weiterer Vorteil von Vergebung ist, wie schon weiter oben geschrieben, dass ein verhärtetes Herz wieder weicher wird. Je länger man nicht vergibt und diese Unversöhnlichkeit mit sich rumschleppt, desto mehr geht in die Brüche. Man projiziert diese harte Herzenshaltung auf andere Menschen, ja sogar manches Mal auf enge Freunde, bis diese sich eventuell von einem abwenden. Man wird nachtragend, aber die Last bleibt nur bei bzw. in einem selbst, denn der Schuldige weiß gar nichts davon und kümmert sich wahrscheinlich auch nicht darum. Es sei denn dieses Thema wird angesprochen, was ich persönlich sehr befürworte. Denn man ist durch die Schuld eines anderen vorbelastet, daher ist es gut dem Schuldiger schnell zu vergeben und die Sache abzuhaken und nach einer (ungewissen) Zeit wird man es sogar vergessen.

Selbst Personen, die einem nicht wohlgesinnt sind, sollte man vergeben. Alles führt zu einem unnötigen Ballast den man mit sich herumschleppt … völlig nutzlos außer für den Feind, der zerstören will. Und was zerstört er dadurch? Dass man sich auf andere Menschen einlässt, positive Gedankengänge und gute zwischenmenschliche Gewohnheiten, Freundschaftskriterien (wie zum Beispiel Vertrauen und Offenheit), schöne Erinnerungen (die werden dann von dem Negativen überschattet) und diverse andere Dinge. Seinen Feinden kann man vergeben, auch wenn diese nicht anwesend sind. Der Vater, der im Verborgenen ist, bemerkt dies ebenso wie offen bekannte Vergebung. Und dann für diese Personen beten, so wie es uns Jesus geboten hat. Aber man muss sich auf diese Leute, die ich hier Feinde nenne, nicht weiter einlassen, wenn es denn nicht unbedingt nötig ist. Und wenn man dann diesen Personen wirklich vergeben hat (was nicht gerade leicht ist), kann man diesen dennoch ohne Groll im Herzen gegenübertreten.

Jesus und die Frage über Vergebung

Außerdem hat Jesus uns, als Jünger, gelehrt zu vergeben. “Wie oft soll ich meinem Bruder vergeben?” fragt Petrus den Herrn, und dieser antwortet ihm “bis siebzigmalsiebenmal”. Und danach gibt er ein Gleichnis zum Besten. Hier der Bibeltext:

Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, der gegen mich sündigt? Bis siebenmal? Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal! Darum gleicht das Reich der Himmel einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war 10 000 Talente schuldig. Weil er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und so zu bezahlen. Da warf sich der Knecht nieder, huldigte ihm und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen! Da erbarmte sich der Herr über diesen Knecht, gab ihn frei und erließ ihm die Schuld. Als aber dieser Knecht hinausging, fand er einen Mitknecht, der war ihm 100 Denare schuldig; den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du schuldig bist! Da warf sich ihm sein Mitknecht zu Füßen, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen! Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen und berichteten ihrem Herrn den ganzen Vorfall. Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest; solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe? Und voll Zorn übergab ihn sein Herr den Folterknechten, bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen seine Verfehlungen vergebt. (Mt 18,21-35)

Und damit nicht genug! Als Jünger Jesu hat man sogar die Vollmacht und das Recht Sünden anderer zu vergeben!

Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden vergebt, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. (Joh 20,21-23)

Das heißt, wir treten für Jesus ein, wenn wir denn ein bußfertiges Herz vorfinden, und dürfen an seiner statt anderen Menschen ihre Sünden vergeben. Aber wenn wir einfach so ihre Sünden vergeben würden, was hätte das für einen Sinn? Man sollte sich lieber Gedanken um die Beziehung des Nächsten zu Gott machen, und wenn man erkennt, dass eine Person sich wirklich Gott gegenüber schuldig fühlt und es bereut und in Zukunft anders handeln will und sich von der Sünde abwendet, dann, ja, dann glaube ich ist es recht der Person die Vergebung gegenüber auszusprechen.

Gott und Vergebung

Meiner bescheidenden Meinung nach, sollte man vergeben und nicht mehr hervorkramen, damit eben keine Lästerei und Unfrieden entsteht, sondern die Sache abhaken und zurück lassen. In etwa so, wie es zu Lot in der Geschichte von Sodom und Gomorra geheißen hat, dass Er sich nicht umdrehen soll, während er von Sodom davon zog. Lots Frau hatte sich umgedreht und erstarrte zur Salzsäule. So in etwa kann man es auch mit aufgewärmter Schuld vergleichen, denn sie lähmt einen in Gedanken, dass man davon gefangen genommen wird und nicht mehr in die Zukunft mit mut-machender Zuversicht blicken bzw., gehen kann. Gott sagt in seinem Wort auch in Hebräer 8,12 und Hebräer 10,17:

…  denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten, und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken.  (Heb 8,12)

… sagt er auch: »An ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten will ich nicht mehr gedenken. (Heb 10,17)

Vielleicht einfach mal sich an Gott und seine Vorgehensweise orientieren würde ich sagen, dann handeln wir auch gemäß dem Willen Gottes meiner Meinung nach. Denn Gott ist der beste Lehrmeister, Er weiß alles und kennt sich auch mit Vergebung aus.

Deswegen meine ich: lieber segnen und vergeben, denn erstens freut sich Gott über so etwas, zweitens hat es uns das der Herr Jesus aufgetragen, drittens beschwert man sein eigenes Herz damit nicht unnötig. Segnen und vergeben ist meiner bescheidenden Meinung nach kontra Groll, Bitterkeit und verhärtete Herzen, aber nur Gott alleine kann diese verhärtete Herzen wieder in weiche und fröhliche und unbefangene Herzen, Herzen aus Fleisch, verwandeln.

Danksagung

Lieber Gott, ich danke dir dass du Jesus in die Welt sandtest, damit wir Beispiele von aktiver  Vergebung erfahren durften, und durch ihn wissen dürfen, wie wir vergeben sollen. Nicht nur, dass meinem Schuldiger vergeben wird durch mich, sondern auch dass Du, Vater, unsere Verfehlungen vergibst und dich nicht mehr an sie erinnern willst. Danke HERR, dass du meine Übertretungen ebenso vergeben hast, wie ich nicht mehr an die Schuld einiger Menschen, die mir Leid zugefügt hatten, denken möchte. Danke Jesus, dass du am Kreuz die Vergebung vom Vater erwirkt hast für viele Menschen damals und ebenso heute. Ich bitte dich, Gott, dass dieser Beitrag für ein paar Menschen eine Hilfe und ein Denkanstoß sein wird. Amen.

Also was hältst Du davon?

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